Dieses Grundrezept zeigt, wie unkompliziert sich ein rustikales, aromatisches Brot aus Emmermehl backen lässt. Der kräftige, nussige Geschmack des Urgetreides macht dieses Brot zu einer schönen Abwechslung vom klassischen Weizenbrot – und eignet sich auch für alle, die zum ersten Mal mit Emmer backen. Mit knuspriger Kruste und lockerer, leicht dichter Krume passt es sowohl herzhaft belegt zum Abendbrot als auch pur mit etwas Butter zum Frühstück.
Zubereitung: ca. 30 Min. aktiv · Ruhezeit: ca. 2-3 Std. · Backzeit: ca. 50-60 Min. · Menge: 1 Brot (ca. 750 g) · Schwierigkeit: Einfach
Zutaten
- 500 g Emmermehl Type 1050
- 350 ml lauwarmes Wasser
- 10 g Salz
- 7 g Trockenhefe (oder 20 g frische Hefe, alternativ 100 g aktiver Sauerteig)
- 1 TL Honig oder Zucker (optional, für die Hefeaktivierung)
Zubereitung
- Hefe mit dem lauwarmen Wasser und dem Honig verrühren und 5-10 Minuten stehen lassen, bis sich leichte Bläschen bilden.
- Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermischen.
- Die Hefe-Wasser-Mischung zum Mehl geben und alles zu einem Teig verkneten – etwa 5-7 Minuten, bis der Teig zusammenhält. Er wird weniger elastisch sein als ein Weizenteig, das ist normal.
- Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1,5-2 Stunden gehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
- Teig vorsichtig entgasen (sanft flachdrücken, um große Luftblasen herauszulassen), zu einem Laib formen und in ein bemehltes Gärkörbchen oder auf ein Backblech legen.
- Nochmals 30-45 Minuten gehen lassen.
- Backofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, das Brot einschneiden und ca. 50-60 Minuten backen, bis es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
- Vollständig auskühlen lassen, bevor es angeschnitten wird.
Tipps zur Verarbeitung von Emmermehl
- Emmermehl hat ein schwächeres Klebergerüst als Weizenmehl und nimmt weniger Wasser auf. Knete den Teig daher eher behutsam statt kräftig und lange – zu langes Kneten kann die ohnehin schwächere Teigstruktur weiter schwächen. Falls du zum ersten Mal mit reinem Emmermehl backst, kannst du 20-30 % des Mehls durch Weizen- oder Dinkelmehl ersetzen, um ein stabileres Ergebnis zu erzielen. Allgemeine Umrechnungstipps findest du in unserem Artikel Emmermehl ersetzen.
- Gar-Test per Fingerdruck: Drücke während der Gehzeit vorsichtig mit dem Finger leicht in den Teig – geht die Delle langsam zurück, ist der Teig gut gegangen. Federt sie sofort zurück, braucht er noch etwas mehr Zeit; bleibt sie stehen, ist er bereits leicht übergangen.
- Dampf für eine bessere Kruste: Stelle beim Backen eine kleine Schale mit heißem Wasser mit in den Ofen oder besprühe die Ofenwände kurz nach dem Einschießen mit Wasser. Der entstehende Dampf sorgt für eine knusprigere, glänzendere Kruste.
- Kalte Übernacht-Gare: Statt der zweiten Gehzeit bei Raumtemperatur kannst du den geformten Teig auch abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das verlangsamt die Gare, entwickelt mehr Aroma und lässt sich morgens direkt backen – lass ihn vorher ca. 20-30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen, damit er nicht mehr kalt ist.
Welches Emmermehl eignet sich am besten?
Für dieses Brot empfiehlt sich Emmermehl Type 1050 – es liefert einen kräftigen Geschmack bei noch guter Backfähigkeit. Wer ein noch rustikaleres Ergebnis möchte, kann auch Vollkornmehl verwenden, sollte dann aber etwas mehr Wasser einplanen. Mehr zu den Unterschieden der Mehltypen erfährst du in unserem Mehltypen-Artikel. Passende Produkte findest du in unserer Kaufberatung.
Variationen
- Mit Sauerteig statt Hefe: ergibt ein aromatischeres, länger haltbares Brot, benötigt aber mehr Zeit.
- Mit Saaten oder Kernen: Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Kürbiskerne passen gut zum nussigen Emmer-Geschmack.
- Als Vollkorn-Variante: ersetze das Mehl komplett durch Emmer-Vollkornmehl für ein besonders kräftiges, ballaststoffreiches Brot. Mehr zum Nährstoffgehalt von Vollkornmehl liest du in unserem Nährwerte-Artikel.
- Herzhaft mit Röstzwiebeln oder Käse: knusprige Röstzwiebeln oder geriebenen Käse vor dem Formen unter den Teig kneten oder einarbeiten für eine deftige Variante.
Häufige Fragen
Kann ich Emmerbrot auch mit Vollkornmehl backen?
Ja, plane dabei etwas mehr Flüssigkeit ein, da Vollkornmehl mehr Wasser bindet.
Warum geht mein Emmerbrot nicht richtig auf?
Das kann an der schwächeren Klebergerüststruktur von Emmer liegen. Zu langes oder zu intensives Kneten sowie eine zu geringe Raumtemperatur beim Gehen können das zusätzlich verstärken.
Wie lagere ich Emmerbrot am besten?
In einem Brotkasten oder Leinenbeutel bei Raumtemperatur, so bleibt es mehrere Tage frisch.
Kann ich frische Hefe statt Trockenhefe verwenden?
Ja, als Faustregel gilt etwa die doppelte Menge frische Hefe im Vergleich zu Trockenhefe – hier also ca. 14 g frische Hefe, mit dem Wasser verrühren wie im Rezept beschrieben.
Fazit
Dieses Grundrezept zeigt, wie einfach sich ein aromatisches Brot aus Emmermehl backen lässt, sobald man die etwas andere Teigstruktur berücksichtigt. Wenn du direkt weiterbacken möchtest, probiere als Nächstes unsere Emmermehl Brötchen oder stöbere in der Rezepte-Übersicht nach weiteren Ideen.