Ein frisch gebackener Hefezopf gehört für viele zum Sonntagsfrühstück einfach dazu. Mit Emmermehl bekommt dieser Klassiker eine angenehm nussige, leicht süßliche Note, die ihn von einem gewöhnlichen Weizenzopf unterscheidet. Etwas Übung beim Flechten braucht es, das Ergebnis lohnt sich aber allemal.
Zubereitung: ca. 30 Min. aktiv · Ruhezeit: ca. 1,5-2 Std. · Backzeit: ca. 30-35 Min. · Menge: 1 Zopf (ca. 700 g) · Schwierigkeitsgrad: Mittel
Zutaten
- 500 g Emmermehl Type 630
- 200 ml lauwarme Milch
- 60 g Zucker
- 70 g weiche Butter
- 1 Ei (für den Teig)
- 1 Eigelb (zum Bestreichen, vom zweiten Ei)
- 7 g Trockenhefe
- 1 TL Salz
Zubereitung
- Hefe, Zucker und lauwarme Milch verrühren und 5-10 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
- Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermischen, eine Mulde formen.
- Hefemilch, Ei und weiche Butter dazugeben und zu einem glatten Teig verkneten – etwa 8-10 Minuten, bis der Teig zusammenhält. Er bleibt etwas weicher als ein Weizenteig, das ist normal.
- Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
- Teig in drei gleich große Portionen teilen und zu gleich langen Strängen rollen. Zu einem Zopf flechten (die drei Stränge abwechselnd übereinander kreuzen, wie beim Haareflechten: äußerer rechter Strang über die Mitte, dann äußerer linker Strang über die Mitte, und so weiter). Die Enden gut zusammendrücken und leicht unterschlagen.
- Zopf auf ein Backblech legen und nochmals 30-45 Minuten gehen lassen.
- Mit verquirltem Eigelb bestreichen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 30-35 Minuten goldbraun backen.
- Auf einem Gitter auskühlen lassen, bevor der Zopf angeschnitten wird.
Emmer-Tipp beim Flechten
Emmermehl hat ein schwächeres Klebergerüst als Weizenmehl, wodurch die Teigstränge beim Flechten etwas leichter reißen können. Arbeite daher zügig, aber ohne zu ziehen, und bemehle die Arbeitsfläche und deine Hände leicht, damit die Stränge nicht kleben. Wer zum ersten Mal einen Emmerzopf flechtet, kann 20-30 % des Mehls durch Weizen- oder Dinkelmehl ersetzen, um einen elastischeren, stabileren Teig zu erhalten.
Welches Emmermehl eignet sich am besten?
Für den Hefezopf empfiehlt sich helles Emmermehl Type 630, da es einen feinen, lockeren Teig ergibt, der gut aufgeht. Vollkornmehl ist hier weniger geeignet, da der Zopf sonst schwerer und kompakter wird. Manche Mühlen verzichten auf die Typenzahl und nennen ihr Mehl einfach "hell" – gemeint ist damit üblicherweise ebenfalls Type 630. Mehr zu den Unterschieden liest du im Mehltypen-Artikel, passende Produkte findest du in unserer Kaufberatung.
Variationen
- Mit Rosinen oder Mandelsplittern: vor dem Flechten in den Teig einarbeiten.
- Mit Zuckerguss: nach dem Auskühlen mit einer dünnen Zuckerglasur überziehen.
- Als vierstrangiger Zopf: für Fortgeschrittene, wirkt besonders kunstvoll.
Häufige Fragen
Kann ich den Zopf auch mit reinem Emmermehl flechten?
Ja, allerdings ist der Teig etwas empfindlicher und reißt leichter. Mit etwas Übung und vorsichtigem Arbeiten gelingt es aber auch komplett mit Emmermehl.
Warum ist mein Hefezopf zu trocken geworden?
Meist liegt es an zu langer Backzeit oder zu viel Mehl beim Kneten. Emmermehl nimmt weniger Flüssigkeit auf als Weizenmehl – im Zweifel lieber etwas weniger Mehl einarbeiten.
Kann ich den Zopf am Vorabend vorbereiten?
Ja, der geflochtene Zopf lässt sich abgedeckt über Nacht im Kühlschrank langsam gehen lassen (im Kühlschrank reift der Teig durch die Kälte deutlich langsamer) und morgens direkt backen – lass ihn vorher ca. 20-30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen, damit er nicht mehr kalt ist.
Fazit
Ein Emmermehl-Hefezopf ist der perfekte Sonntagsgenuss mit einer nussigen Note, die dem klassischen Weizenzopf fehlt. Mit etwas Geduld beim Flechten gelingt er auch Anfängern. Weitere süße Ideen findest du in unserer Rezepte-Übersicht, mehr zum Unterschied zwischen Emmer und anderen Urgetreidearten in unserem Artikel Emmermehl vs. Dinkelmehl.